PETG ist ein starkes und leicht flexibles 3D-Druckerfilament, das im Vergleich zu anderen 3D-Druckerfilamenten wie ABS einfacher zu verarbeiten ist. Das macht es jedoch nicht immun gegen Probleme. Dieser Artikel behandelt die Fehlerbehebung bei typischen PETG-Druckproblemen wie Stringing, Haftung der ersten Schicht, schwache Schichthaftung, Düsenverstopfung und raue Oberflächen. Viel Spaß!
PETG Stringing

Der Faden auf dem PETG-Modell
Stringing ist ein sehr häufiges Problem beim Drucken mit 3D-Druckerfilament PETG und wird als dünner Faden definiert, der sich über den Spalt des Drucks zieht. Stringing tritt auf, wenn die geschmolzene PETG-Schicht aus der Düse sickert, während sich die Düse in einer nicht druckenden Richtung bewegt. Dies kann aus einer Reihe von Gründen geschehen, wie z. B. falsche Rückzugseinstellungen, übermäßige Hitze oder die Umgebung.
Was PETG Stringing verursacht und wie man es behebt
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Hohe Drucktemperatur: PETG-Filament hat bei höheren Temperaturen einen guten Fluss, mit dem Nachteil, dass es zu übermäßigem Auslaufen kommt.
Lösung: Senken Sie die PETG-Drucktemperatur auf 220–240 °C, abhängig von Ihrer Filamentmarke und Ihrem Drucker. Testen Sie in 5 °C-Schritten, um den optimalen Punkt zu finden, an dem die Extrusion glatt und ohne Stringing erfolgt. -
Falsche Rückzugseinstellungen: Unzureichender Rückzugsweg oder langsame Rückzugsgeschwindigkeit führen dazu, dass geschmolzener Kunststoff nicht in die Düse zurückgezogen wird und während des Transportvorgangs ausläuft.
Lösung: Stellen Sie den Rückzugsweg auf 5–8 mm und die Rückzugsgeschwindigkeit auf 40–50 mm/s ein. Passen Sie diese in kleinen Schritten in Ihrem Slicer (z. B. Cura, PrusaSlicer) an und testen Sie sie mit einem Stringing-Testmodell. -
Langsame Düsenverfahrgeschwindigkeit: Wenn sich die Düse zu langsam über freie Flächen bewegt, kann geschmolzenes PETG auslaufen und Fäden bilden.
Lösung: Erhöhen Sie die Verfahrgeschwindigkeit in nicht druckenden Bereichen auf 100–200 mm/s oder höher. Aktivieren Sie „Z Hop“ (Z-Lift) in Ihrem Slicer, um die Düse während der Verfahrwege leicht anzuheben (0,2–0,5 mm) und ein Schleifen zu verhindern. Beachten Sie, dass Z Hop die Druckzeit leicht erhöhen kann. -
Feuchtes Filament: Die von PETG aufgenommene Feuchtigkeit wird während des Druckvorgangs zu Dampf und führt zu erhöhtem Auslaufen und Stringing.
Lösung: Trocknen Sie das Filament mit einem Filamenttrockner oder im Ofen bei 60–70 °C für 4–6 Stunden. Lagern Sie das Filament in einem versiegelten Behälter mit Trockenmittel, damit es keine Feuchtigkeit wieder aufnimmt. -
Schlechter Düsenaustausch: Eine verschlissene oder verschmutzte Düse kann zu ungleichmäßiger Extrusion und Leckagen führen.
Lösung: Sie können die Düse mit einer Drahtbürste reinigen und/oder einen Kaltzug mit Reinigungsfilament durchführen. Sie sollten die Düse möglicherweise austauschen, wenn sie verschlissen oder beschädigt ist.
PETG Probleme bei der Haftung der ersten Schicht
Die erste Schicht jedes erfolgreichen PETG 3D-Druckerfilament-Vorgangs ist die wichtigste, um richtig zu sein. Es ist besonders wichtig bei PETG, dass Sie eine gute Betthaftung erreichen. Wenn die erste Schicht nicht gut an der Bauplatte haftet, riskieren Sie Verformungen und Kräuselungen sowie das vollständige Abfallen des Drucks von der Bauplatte und die Zerstörung des Drucks frühzeitig im Prozess.

Fehlerhafte erste PETG-Schicht mit Verzug und Haftungsproblemen
Häufige Ursachen und Lösungen für PETG-Probleme der ersten Schicht
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Falsche Düsenhöhe (Z-Offset): Wenn die Düse zu tief ist, kann das Filament zu stark gequetscht oder sogar vom Bett abgekratzt werden. Wenn sie zu hoch ist, haftet das Filament nicht richtig an der Druckoberfläche und kann zu Unterextrusion in der ersten Schicht führen.
Lösung: Um dies zu beheben, können Sie einfach das Bett neu nivellieren und den Z-Offset richtig kalibrieren, um die erste Schicht so zu quetschen, dass sie glatte und lückenlose Linien bildet. Verwenden Sie auch einen Testdruck der ersten Schicht zur Feinabstimmung. -
Unzureichende Betttemperatur: Ein kaltes Bett reduziert die Haftung, während ein übermäßig heißes Bett zu „Elefantenfuß“ (Ausbauchung an der Basis) führen kann.
Lösung: Stellen Sie die PETG-Betttemperatur auf 80–90 °C ein, abhängig vom Filament- und Betttyp. Testen Sie in 5 °C-Schritten, um eine Über- oder Unterhaftung zu vermeiden. -
Verschmutztes Bett: Staub, Öle oder Filamentreste verhindern eine ordnungsgemäße Haftung.
Lösung: Reinigen Sie die Bauplatte vor jedem Druck mit 70 %igem Isopropylalkohol oder warmem Seifenwasser. -
Kühlgebläse zu früh eingeschaltet: Frühes Abkühlen führt zu schnellem Schrumpfen und verhindert eine ordnungsgemäße Verbindung mit dem Bett.
Lösung: Deaktivieren Sie den Kühlventilator für mindestens die ersten 2–5 Schichten, damit das Filament eine optimale Temperatur behält und richtig haftet. -
Ungeeignete Druckumgebung: Zugluft oder niedrige Umgebungstemperaturen führen zu ungleichmäßigem Abkühlen und Verziehen.
Lösung: Verwenden Sie eine Einhausung oder einen Windschutz, um eine stabile Umgebungstemperatur von etwa 20–25 °C aufrechtzuerhalten. -
Geringe Kontaktfläche der ersten Schicht: Kleine oder scharfkantige Drucke haften möglicherweise nicht gut genug am Bett.
Lösung: Fügen Sie einen Skirt hinzu, um die Düse vorzuspannen, einen Brim (5–10 mm), um die Kontaktoberfläche zu vergrößern, oder „Mausohren“ an den Ecken, um ein Ablösen zu verhindern. -
Inkompatible oder abgenutzte Bettoberfläche: Einige Oberflächen können zu glatt oder mit der Zeit abgenutzt sein.
Lösung: Tragen Sie eine dünne Schicht Klebestift, Haarspray oder Betthaftmittel auf Glas auf. Ersetzen Sie abgenutzte PEI-Platten oder rauen Sie sie leicht mit feinem Schleifpapier (z. B. 2000er Körnung) auf.
PETG Schlechte Schichthaftung
Die Schichthaftung bestimmt die strukturelle Festigkeit eines gedruckten Objekts, und das Potenzial von PETG für eine starke Schichtverbindung kann durch falsche Einstellungen oder unsachgemäßen Filamenthandling untergraben werden. Wenn sich Schichten nicht richtig verbinden, können Teile bei minimaler Belastung entlang der Schichtlinien reißen. Dies beeinträchtigt nicht nur die Funktionalität, sondern macht die Drucke auch anfälliger für mechanische Ausfälle.

PETG 3D-Druck mit schlechter Schichthaftung und Rissbildung
Ursachen für schwache Schichthaftung und wie man sie behebt
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Niedrige Drucktemperatur: Unzureichende Hitze verhindert ein ordnungsgemäßes Schmelzen und Verbinden zwischen den Schichten.
Lösung: Erhöhen Sie die PETG-Temperatur um 5–10 °C innerhalb des Bereichs von 220–240 °C, um den Fluss und die Verbindung zu verbessern. Testen Sie schrittweise, um Stringing zu vermeiden. -
Übermäßige Kühlung: Hohe Lüftergeschwindigkeiten oder frühes Abkühlen lassen PETG zu schnell erstarren, was die Schichtfusion reduziert.
Lösung: Deaktivieren Sie den Lüfter für die ersten 2–5 Schichten und verwenden Sie dann nur 10–30 % der PETG-Lüftergeschwindigkeit für Überhänge oder Brücken. Kleine Modelle erfordern möglicherweise etwas mehr Kühlung (bis zu 50 %) für feine Details. -
Schnelle Druckgeschwindigkeit: Schnelles Drucken begrenzt die Zeit für die Verbindung der Schichten.
Lösung: Stellen Sie die Geschwindigkeit der äußeren Wand/Umfang auf 40–60 mm/s ein, um ausreichend Zeit für die Verbindung zu ermöglichen. Passen Sie die Infill-Geschwindigkeit auf 60–80 mm/s an, um die Effizienz zu gewährleisten, ohne die Qualität zu beeinträchtigen. -
Unterextrusion: Falsche Fluss- oder Linienbreiteneinstellungen führen zu einer unzureichenden Filamentabscheidung.
Lösung: Überprüfen Sie die E-Steps (Extruder-Schritte pro mm) mithilfe eines Kalibrierungstests. Passen Sie die Flussrate im Slicer auf 95–98 % an, oder etwas höher (103–105 %), wenn das Problem der Unterextrusion weiterhin besteht.
PETG Düsenverstopfung
Für diejenigen von uns, die mit PETG drucken, können Düsenverstopfungen oder -staus ein sehr häufiges und frustrierendes Problem sein. Es kann zu Unterextrusion, übersprungenen Schichten und sogar zu einem vollständigen Druckausfall führen. PETG ist im geschmolzenen Zustand ein ziemlich klebriges Material und kann an der Düse haften bleiben, wenn es bei Temperatur druckt. Wenn das Filament in der kühleren Düsenregion abkühlt, kann dies zu teilweisen oder vollständigen Verstopfungen führen.

Düsenverstopfung
Häufige Ursachen für PETG-Düsenverstopfungen und Lösungen
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Hohe Drucktemperatur: Übermäßige Hitze führt zur Verkohlung des Filaments bei falscher PETG-Düsstemperatur.
Lösung: Reduzieren Sie die Drucktemperatur auf 220–240 °C, um die Verkohlung zu minimieren. -
Niedriger Z-Offset: Das Schleifen der Düse auf dem Druck erzeugt Gegendruck, was zu Verstopfungen führt.
Lösung: Stellen Sie sicher, dass die Düse die richtige Höhe hat, um ein Schleifen auf dem Druck zu vermeiden. Verwenden Sie einen Test der ersten Schicht zur Bestätigung. -
Filamentreste: Geschmolzenes PETG haftet an der Düse und verbrennt, wodurch Verstopfungen entstehen.
Lösung: Überprüfen Sie die Düse vor und nach dem Druck. Reinigen Sie sie heiß mit einer Drahtbürste oder führen Sie einen Kaltzug durch, um Rückstände zu entfernen. Ersetzen Sie die Düse, wenn die Verstopfungen bestehen bleiben.
PETG Raue Oberfläche
Eine raue oder ungleichmäßige Oberfläche sieht nicht nur schlecht aus, sondern kann auch auf weitere Probleme mit der Extrusion oder nicht die beste Filamentqualität hinweisen. Blobs, Pickel oder fadenförmige Texturen an äußeren Schichten können hauptsächlich auf Überextrusion, feuchtes Filament oder eine variable Temperatur zurückgeführt werden.

3D-gedrucktes Objekt mit rauer Oberfläche
Ursachen und Lösungen für raue PETG-Oberflächenqualität
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Überextrusion: Zu hoher Filamentfluss oder eine zu geringe Distanz der Düse zum Bett erzeugt Blobs, Pickel oder ungleichmäßige Schichten.
Lösung: Stellen Sie sicher, dass Ihr Extruder durch Überprüfung der E-Steps und Einstellung der Slicer-Flussrate zwischen 95–98 % kalibriert ist. Drucken Sie einen einwandigen Würfel, um die Genauigkeit zu überprüfen. -
Niedriger Z-Offset: Eine zu niedrige Düsenhöhe führt zu einer übermäßigen Quetschung des Filaments, was zu wulstigen Schichten und Artefakten führt.
Lösung: Erhöhen Sie den Z-Offset leicht, damit die Düse glatte, gleichmäßige Linien ohne übermäßigen Druck legen kann. -
Feuchtes Filament: PETG-Filament kann manchmal Feuchtigkeit aus der Luft aufnehmen, was zu Blasen, ungleichmäßigem Fluss und Defekten in den Oberflächen oder Konturen von Drucken führen kann.
Lösung: Versuchen Sie, PETG im Ofen oder mit einem Filamenttrockner zu trocknen, um die Feuchtigkeit zu entfernen. Lagern Sie Ihr Filament außerdem in einem luftdichten Behälter mit Silikagel, wenn es nicht verwendet wird.
Fazit
Bei der Fehlerbehebung beim PETG-Druck müssen Sie eine systematische Methodik entwickeln. Es gibt Probleme, die Sie berücksichtigen sollten: Stringing, Haftung und Schichtbindung, Verstopfungen und raue Oberflächen. Diese Probleme erfordern mehrere Anpassungen an Temperatur, Rückzug, Kühlung und Bettvorbereitung. Mit der richtigen Einstellung und Prüfung drucken Ihre PETG-Drucke konsistent und mit ausgezeichneter Qualität.
1 Kommentar
Gibt es für GEEETECH Filament PETG Transparent
00-001-1311 BTBF1212AL
optimierte Werte für ein QIDI Q2?
danke
gruß
Gerhard